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Inhalt: Tägliche Portion Fanatismus und abgeschmackte Magermilch für Kühe, die auch ohne Blöken auskommen.

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Donnerstag, Nachts

Ich schreibe mir ein Leben zurecht und wünschte es leben zu können. Manchmal brauch ich Marionetten, das wäre einfach. Warum ich schreibe: Damit endlich einmal alles so läuft wie ichs gern hätte. Es gibt kein Du, es gibt nur ein Ich. Es gibt kein nein, es gibt nur Ja's. Es gibt nichts außer mich und mein Denken. Ich schreibe, um atmen zu können. Gefühle sind dabei, es ist tausend. Max Frisch schrieb: Die Menschen probieren Geschichten an wie Kleider. Und er schrieb wahrhaftig, in jedem Wort. Es gibt keine Geschichten, nichts passiert. Die Dinge, die man Erlebnisse nennt, sind Akte, langweilig, voll stummer Faszination fürs Misslingen. Der Eifer am Leben steckt im Banalen. Ein Blatt stuppst seinen Nachbarn an, hoch oben in der Baumkrone, und sie tanzen, nur für sich, ganz allein und wunderschön. Das ist Existenz! Das ist Leben! Das ist banal! Aber eben drum nenn ich es Güte und alles, was ich besitze. Und wenn man dann eine Geschichte erzählt, die vielleicht das eigene Leben sein könnte, dann verklärt man sie, hebt sich hoch oder wirft sich weg, aber man erzählt niemals wahr. Geschichten werden erzählt um Achtung zu bekommen, um sich mitzuteilen, um aufmerksam auf sich zu machen. Sie werden erzählt, aber nicht gelebt! Der gemeine Groszist, zu dem ich einzig mich selber zählen kann, bisher, wirft sich aber ebenso in die Maschine und erzählt und hört zu. Denn er ist Mensch wie andere, erkennt aber nur mehr als andere. Was haben wir denn auch anderes als Erzählen und Zuhören? Und besser: was können wir denn anderes, als erleben und erzählen? Da frage ich mich, warum erzählt man, man kennt doch die Geschichten. Oder erzählt man, weil man gespannt darauf ist, wie viel Lüge und Verklärung sich in diese Erzählung einschleichen können und zu was die Geschichte, das Erlebte im Endeffekt wird? Da staunt man dann, was für ein tolles Leben man doch führt und weiß trotzdem nicht, wie es zu Stande kommt. Es ist nichts anderes als warum ich schreibe. Die Neugierde auf die vollendete Erzählung. Man weiß niemals, was passiert. Und es kann alles passieren, denn schließlich ist es ein LEBEN!

Dienstag, Nachmittag

Wenn man mit dem Körper agiert, dann kann man nicht auch noch den Geist benutzen. Das geht so von statten. Bei den Eingefleischten stört das nicht weiter, bei den Langzeitarbeitenden geht das ganz einfach von der Hand. Sie verkümmern eben geistig. Sie stören sich eben nicht mehr dran. Aber ich will Geist ins Universum rülpsen, ich will Geist gedeihen und spazieren führen, weil ich ihn nicht mehr halten kann. An einem Stock mit Leine und irgendwo, festgeschnürt, der Geist. Komm, wir gehen auf, auf und davon, lassen Kram mal Kram sein, lassen Arbeit mal sich selber arbeiten und Bier mal sich selber betrinken. Das möcht ich gern. Eine Existenz soll sich selber sein, erfüllen, leben. Sie soll nicht vorhanden sein, um etwas anderes zu erfüllen, wie ein Bild entsteht, um dem einen Geld zu geben, dem anderen Erstaunen, so wie ein Bäcker geboren wird, um einmal gefickt, ausgebildet und belohnt zu werden und andersrum zu ficken, auszubilden, zu sättigen und zu belohnen. Die Blume steht und wir freuen. Die Wolke zieht und wir sinnieren. Der Stern blinkt und wir melancholieren. Aber nie für sich, nichts ist nur für sich existent, es gibt keine Autarkie! Die Existenz um der eigenen Existenz wegen, das bevorzuge ich, nicht, um andere Existenzen zu unterstützen und von anderen Existenzen abhängig zu sein. Ein Kranker in einem Krankenhaus ist sogar abhängig von den Kakerlaken im Keller. Und ich bin selber von mehr als genügend abhängig, wo ich mir doch wünschte, allein von mir zu leben, durch mich und für mich, süchtig nach mir, mir, ICH! Man wird es wieder Narzismuss nennen, aber wenn man durch sich selber existiert, kennt man nichts anderes und kann somit sich selber auch nicht über andere erheben. Man liebt eine Sache, das Ich. Man liebt und würde niemals enttäuscht. Und wenn doch, dann lohnt sich wenigstens der Selbstmord...




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