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Ich nehme die Welt als Wunder wahr.

Ihr stellt euch einen Blinden vor, der intensiver fühlen, einen Tauben, der intensiver Schmecken oder einen Gefühlslosen, der intensiver Sehen kann. Ich bin halb blind und halb gefühllos - nach außen. Einem Malheur habe ich es zu verdanken, dass ich Einsicht erlangt habe in die Schönheit der Menschen und des Menschseins. jemand trat mir auf die Brille. So schreibe ich auch aus dem Bauch heraus.

Gerade aß ich erneut ein Huhn. Nun ist die Zeit gekommen, da ich das Physikalische seziere. Ins Physische bin ich weit bis zu weit schon vorgedrungen. Im Krankenhaus die Wunden der Patienten, die Arbeit mit Verbänden, Nähten udn Klammern. Spritzer Blut und Urin, aber Spaß dabei. Denn alles, was menschlich ist, bin auch ich. Ein Unikat ist jeder dieser Patienten, eine Wohltat, ihre dankbaren Gesichter zu erspähen. Ihre Freude ist mein Antrieb. Ich weiß, wozu ich gebruacht werde, ich weiß, wozu ich vorhanden bin. Ich handle umsichtig, weil ich sehe, dass man es anerkennt und was nützt die Arbeit sonst, wenn sie für niemanden Bestimmten erledigt wird? Man ist nicht nur Übergang, man ist direkter Verwender und Anwender, man ist gleichzeitig Konsument und Produzent. Das Produkt der Arbeit in den Händen halten.

Meinen Mentor habe ich getroffen. Einen Pfleger - Ex-Hausbesetzer und überzeugter Kommunist. Er sieht die Chancen der Moderne nur in ihrem Zerfall. Mit dem Potential der heutigen Jugend lässt sich seiner Meinung nach nicht einmal mehr ein Auto umschuppsen. Er zeigt mir die Dinge, lässt mich mithelfen und dabei sein. Er will dem Menschen etwas beibringen, auf den weg mitgeben, dass er nciht mit leeren Händen dastehe. Sein Ethos glänzt. Schaut man auf die Schwestern, so möge man dabei kotzen. Dumme Puten, die anstatt sich mit dem Patienten auseinander zu setzen die Methode der schmerzmedikamentösen Behandlung vorziehen. Dreißig Tropfen Novamin oder doch gleich eine Morphium. Schwestern, die Ekel vor Körpersäften aufzeigen und Schwestern, die verwirrter sind als ein des Kopfes beraubtes Huhn. Sie sehen in dem Zivi nur einen Handlanger, einen, der ihnen die Bausteine aus dem Weg räumt, dass sie die Arbeit, die sie erlernt haben auch ausführen können, aber gehört zum Erlernten immer eine Portion Improvisation dazu und muss der Arbeiter nun einmal auch Dinge erledigen, für die er nicht ausgebildet wurde, gleichwohl bildet er sich weiter. Dass die Chance besteht, einem Zivi auch etwas beizubringen, das sehen sie nicht. Weitsicht und Einfühlungsvermögen sind Asche und das bei Leuten, die gerade von diesen Dingen eine Menge pflegen sollten an den Tag zu legen.

Dann der Optiker. Ein brummiger, knuffiger Mann mit Schnauzer. Aber einen Humor vom Feinsten, staubtrocken und kaum erkennbar, daher perlenartig wunderbar. Meister seiner Zunft. Ich habe gelernt, den Menschen hinter dem Tresen als keinen geringeren anzusehen als einen Menschen. Ich spreche von zivilem Respekt, kein getrichterter, erzwungener Respekt, sondern einer, der freiwillig entsteht. Auch wenn der Tabakwarenverkäufer kein großer Mensch sein mag, er bekleidet das Amt, für das man ihn braucht, er macht genau das, was er machen soll und wozu er nützlich ist. Jeder Mensch ist nützlich. Selbst der Arbeitslose, denn zieht man aus einer Mauer den untersten Stein, so wackelt sie und fällt schlussendlich in sich zusammen.

Mir ist aufgegangen, was hinter einer Lehre steckt. Man muss nicht allwissend sein, kennt man sich in einer Sache besonders gut aus. Mich hat der Optiker beeindruckt und mich beeindruckt mein Mentor, mich beeindruckt ein schwacher Mensch, der sich traut, seine Schwäche zu zeigen, mich beeindrucken jedoch nicht die Leute, die sich mit allerhand Unwissen brüsken, die vorgeben zu sein, statt daran zu arbeiten, wirklich zu werden. Mich beeidrucken die nicht, die anderer Leute Leben zerstören oder allein darauf aus sind, anderen die Stimmung zu vermiesen. Mich beeindruckt Liebe nicht...

Sei es der keimende Frühling oder die fehlende Klarsicht, ich habe gelernt und nun, um fünf Uhr, kann ich den Tag vollenden, denn, so ist mir gewiss, habe ich heute weit aus mehr gelernt als in manch Wochen oder gar Monaten, in denen ich mich habe mit Drogen vollgesogen und weggeworfen, aus Kummer oder Hass oder einfach dem fehlenden vermögen, zu lächeln.

 

1.3.07 17:28


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Szenen eines Blubb

Liebe ist die Akzeptanz des Nonsens!!

'Ich bin befleckt, ich bin befleckt, es gibt nur eine, eine Jungfrau, die mich quält'

Ich weiß, dass ich nichts fordern darf, aber gerade das ist mein Problem. Ich habe kein Anrecht auf Berücksichtigung. Ich habe kein Anrecht auf Klappen und Gelingen. Weil immer dann der Rückschritt kommt, wenn man denkt, dass es vorwärts geht. Auf, auf Kameraden, stürmen wir den Olymp und wenn wir schon dabei sind, rennen wir gegen die Windmühlen an. Dann lassen wir alle Seile zu Hause und befreien die Hände von den Mauern, auf dass wir fallen, fallen, fallen.

Es ist schön zu wissen, dass hoffen niemals unerwünscht ist. Der Klarheit aus dem Weg zu gehen, sich Platz in der Brust zu lassen.

Ich gucke aus Augen, die zu viel gesehen haben und schreibe aus einer Seele, die dennoch nicht verlernt hat zu lächeln. Der Grad der Zerstörung ist ebenso reifer geworden wie ich. Und dazu Sonne draußen und eine, die sich darüber freut.

Es ist schön zu wissen, dich gebettet zu fühlen, in Wonne und Erleichterung.

'Ich bin nicht sauber, ich bin nicht sauber, ich bin ich bin ich bin ich bin verdreckt. Ich muss mich waschen, ich muss mich waschen, ihr wisst ja nicht, was alles an mir klebt.'

Einmal Liebe bitte, mit weniger als sonst und dabei genauso intensiv. Bist du Kellnerin meines Gewissens, die Bardame meiner Wunden? Bist du der Glanz auf morgendlichem Gewässer und die Tiefe, die keiner sieht? Bist du der Arm, der gegen mich drückt und gerade eine Operation hinter sich hat? Bist du bitte da! Bist du bitte bitte...

Bist du dir sicher? Mit dem Gut und schlecht, mit dem Lächeln und dem Kosmos der Gedanken dahinter. Wieso nicht sagen, wieso nicht schreien, wenn man empfindet! Ich habe zwei Wege zu meinem Herzen und der zweite hofft immer, selbst wenn der erste schon längst trunken ist von Wirklichkeit und Unausweichlichkeit der Tatsachen.

Bist du in Zukunft, wenn du jetzt schon nicht sein kannst! Geduld ist eien Tugend, die ich erlernt habe. Dem Ich gegenüber sarkastisch zu sein. Seiner selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Mit einem lächelnden und einem zitternden Aug sehe ich ins Gestern und erfriere, weil ich eine Ahnung habe vom großen Rest. Es geht alles leichter, wenn man es versteht. Udn ich verstehe dich. Wir sind eben beide Zwillinge, zwei Gesichter, ein Herz. Für wen gelten die Schläge deiner Brust?

Tomte helfen mal wieder, weil wenigstens dort Perfektion blubbert. Wennn man leben könnte wie Thees redet. Ich saufe mich an der Sonne satt. Und platze weil ich nicht mehr esse. Durst ist auch nur ein Synonym für Leben! Ich bin durstig durstig durstig...

11.3.07 14:49


Dich, dessen man überdrüssig wird

Jetzt ist Platz im Unterbauch! Ich weiß um die Entfernung des Blinddarms und fühle mich doch zum Platzen. Keine klaffende Leere, die, die rührt von weiter oben her.

Ein Auge schwimmt in Gold und das andere lässt sich verstehen von einem Psychologen, der sagt, ich bin dein Gast!

Ich bin wieder heim. Aber ich liege noch immer. Blöde, plötzliche Krankheit! Wenn die Seele wund ist, ist auch der Körper wund. Die Gefühle im Bauch tauschen die Kontrolle, aber beides hat sich verändert. Eine Woche rumliegen hilft nicht, hilft aber zum Entkalken. 

So bin ich beider überflüssiger Organe beraubt. Der organischen Sinnflut des Herzens und des Wurmfortsatzes. Wenigstens das können die Operateure.

17.3.07 18:16





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